1965 geboren in Diepholz, Niedersachsen
1990-1994 Arbeitsaufenthalte in Kalifornien, Mexiko, Frankreich und Spanien, mittlerweile der freien Malerei zugewandt
1994 Studium für Grafik-Design in Münster
Claudia Küster gehört zu der Generation der Malerinnen, die Anfang der 90er Jahre den Weg zur freien Kunst gefunden haben. In jener Zeit deutete sich bereits eine Entwicklung zur Nachdenklichkeit,
Innerlichkeit und zum Rückzug an, wie die zahlreichen beschaulichen, poetischen und warmen Bilder bezeugen, die seither entstanden sind.
Die Generation von Künstlern, der Claudia Küster angehört, entwickelte sich im Zeichen der Toleranz und der Offenheit. Der Gegensatz zwischen Abstraktion und Figur, in den 70er und 80er Jahren
Gegenstand heftiger Kontroversen, spielte für die folgende Malergeneration keine wesentliche Rolle mehr, ebenso der vermeintliche Widerspruch zwischen Gefühlsausdruck und handwerklichem Können. Für
die Maler, die in den 90er Jahren professionell zu arbeiten begannen, wurde das Bild wieder zum zentralen Medium. Es ist überaus interessant zu beobachten, dass mit den 90er Jahren das Zeichnen
wieder stärker in den Vordergrund rückte. Die Zeichnungen, die damals entstanden, sind allerdings anders strukturiert als die bis dahin geläufigen, zumeist figurativen Arbeiten. Die Zeichnungen von
Claudia Küster sind für die Entwicklung der "jungen Kunst" in der Zeit zwischen den mittleren 90er Jahren und heute besonders charakteristisch. Sie beinhalten nämlich in konzentrierter Form die
wesentlichen Merkmale, die in der Reduktion des Ausdrucks und in dessen Verästelung bestehen. Was für die Zeichnung gilt, gilt im gleichen Verhältnis auch für den Farbauftrag. Claudia Küster
entwickelt durch das Zusammenspiel zwischen jenen Zeichnungen und ihren transparent angelegten Farbfeldern eine vibrierende Spannung, die auf den Betrachter wirkt.
In den Bildern dieser Künstlerin kann man mit den Augen spazieren gehen. Man wird sich in ihren poetischen Phantasien sicher bald heimisch fühlen, denn es gibt hier immer wieder Neues zu
entdecken.
Dr. Helmut Orpel